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Sirene soll wieder ertönen

27.03.2017 15:30 von Martin Siemer

Diakonie Himmelsthür übergibt der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen eine historische Sirene für das neue Feuerwehrhaus

Wildeshausen (pm). Die Diakonie Himmelsthür hat der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen eine ausgediente Sirene geschenkt. Sie hatte auf dem Dach des Hauses Ammerland gestanden und soll auf dem Verwaltungstrakt des neuen Feuerwehrhauses in der Pagenmarsch angebracht werden. Sie solle zukünftig wieder ertönen, sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister Conrad Kramer bei einem Pressetermin am Montag und bedankte sich herzlich. Der Regionalgeschäftsführer der Diakonie Himmelsthür, Jörg Arendt-Uhde, sagte: „Es ist eine gute Idee, der Feuerwehr auf diese Weise Dankeschön zu sagen.“ Er bezog sich damit auf die „in der Vergangenheit leider oft eingetretenen Fehlalarme“. Beide Seiten waren sich aber einig, dass der Kontakt zueinander viel besser geworden sei, seitdem man sich regelmäßig austausche. Dafür sprach auch das anschließende gemeinsame Kaffeetrinken bei leckerem Kuchen im Haus Emsland.

Laut Feuerwehr gibt es in Wildeshausen fünf aktive Sirenen. Die übernommene Sirene der Diakonie Himmelsthür wird die sechste sein, die im Alarmfall warnt und die Feuerwehrleute zum Dienst ruft. Auch zum Probealarm einmal im Monat wird sie erklingen.

Die historische Sirene gehörte dem früheren Katastrophenschutz und sei keine Sirene der Feuerwehr, wusste Zugführer Jörg Kramer zu berichten. Sie stammt wohl aus den 60er Jahren und war für die damalige Lungenheilklinik und ab 1975 für die Bewohner der Diakonie Himmelsthür im Einsatz. Während des Kalten Krieges wurden regelmäßig Probealarme und Katastrophenübungen abgehalten. Ein einminütiger Dauerton beispielsweise sollte die Bevölkerung dazu bringen, das Radio einzuschalten, um weitere Informationen zu erhalten. Mit dem Ende des Kalten Krieges 1989 verlor die Sirene ihre Funktion und schwieg viele Jahre.

Jörg Kramer war es auch, der erzählte, dass er ein Auge auf die Sirene der Diakonie Himmelsthür geworfen hatte. Als er mit dem Fahrrad an der Dr.-Klingenberg-Straße unterwegs gewesen sei, habe er die alte Sirene mit ihrer klassischen Haube auf dem Dach stehen sehen. Er wollte sie unbedingt für die Feuerwehr Wildeshausen haben. Man hätte sich zwar auch eine neue Sirene kaufen können, es gebe sogar digitale Hilfsmittel wie eine App, um Alarm auszulösen, doch erstens müsse jeder bei der Feuerwehr eine solche App installieren. Zweitens seien alte Dinge einfach erhaltenswert, so Kramer.

Nun wird die alte Dame mit Hut auf dem neuen Feuerwehrhaus einer neuen Bestimmung zugeführt. Zuerst muss sie noch gründlich überarbeitet werden. Der Rost kommt ab, sie wird frisch gestrichen, und der Motor wird instandgesetzt. Die Feuerwehrleute haben keinen Zweifel, dass die Sirene wieder erklingen wird. Bis zum Richtfest des Feuerwehrhauses am 7. April werde sie noch nicht aufgebaut sein, aber bis zur Einweihung auf jeden Fall, sagte Conrad Kramer. Die Diakonie Himmelsthür-Vertreter haben sich bereits zum Gegenbesuch angekündigt.

Am heutigen Montag konnten die drei Feuerwehrkameraden die schwere Sirene noch nicht abtransportieren. Also werden sie morgen noch einmal ausrücken müssen – aber bestimmt ohne vorigen Alarm.

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